02. Mai 2016

06. April 2016

 

Am vergangenen Samstag zog die deutsch-türkische Theaterkomödie „Stefanie integriert die Öztürks“ etwa 250 Besucher in den Mareissal in Kolbermoor an.

 

Die 20-köpfige Lüdenscheider Theatergruppe „Halber Apfel“ unter der Regie, Leitung und Autorschaft von Murat Isboga tourt bereits seit sieben Jahren mit dem Stück durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Auf Einladung des Veranstalters Schiller Bildungszentrum e.V. In Roseheim kam die erfolgreiche Truppe auch zu uns.

 

Der Vorstandsvorsitzende des Vereins, Gazi Öztürk, betonte in seinen einführenden Worten die Bedeutung von Kultur und Bildung für den Erfolg einer gelungenen Integrationspolitik. Das vereinszugehörige Nachhilfeinstitut wird von Kindern aus sieben Nationen besucht. Genauso gemischt ist auch das Wunschpublikum der Theatergruppe, laut dem Leiter Murat Isboga.

 

Ein Feuerwerk aus Wortspielen

 

Der rasante Auftakt des Stückes riss die Zuschauer sofort mit. Gleich anfangs erfährt man die Ursachen für Stefanies Bemühungen, die türkische Familie Öztürk zu integrieren:

Eine verlorene Fußballwette. „Schitefanie“ richtet sich für eine Woche bei der Familie ein und übt mit Vater Öztürk täglich Vokabeln und Grammatik. Ein Feuerwerk aus Wortspielen und skurrilen Übersetzungsversuchen strapaziert für die nächsten 90 Minuten die Lachmuskeln und Zwerchfelle des Publikums, das bei etlichen Gelegenheiten von Murat Isboga in der Hauptrolle von Vater Öztürk mit einbezogen wird.

 

Stefanie dämmert es langsam, dass sie bei ihren Integrationsversuchen selbst intergriert wird - deutlicher kann man den Prozess der Intergration nicht inszenieren. Integration als Spiel von Geben und Nehmen. Bei dem sich beide Seiten annähern und merken: Unser Blut ist weder deutsch noch türkisch, „es ist AB positiv“. Mutter Öztürk wünscht sich für ihre Familie mehr Disziplin bei jeglicher Art von Vorausplanung, der Vater hält dagegen mit der Tugend der „Schipontanität“.

 

Die Reibung, die zwischen diesen zwei Welten entsteht und die seit 55 Jahren nebeneinander existieren, erzeugt die treibende Energie des Stücks und steht im Zentrum einer ernsteren Frage, die das Spiel aufwirft: Warum leben wir schon so lange nebeneinander her, ohne uns richtig zu kennen?

 

Henny Stoll

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